Die Berufsschulen müssen bleiben

Veröffentlicht am 18.03.2015 in Bildung & Kultur

Wenig Arbeitslosigkeit und gute Aussichten für den Nachwuchs - die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist für die Nordthüringer Regionen so gut wie lange nicht. Neben all den guten Nachrichten treiben die Arbeitsvermittler dennoch Zukunftssorgen um...

In der Heimatregion Arbeit oder auch nur einen Ausbildungsplatz zu finden war für junge Nordthüringer lange schwer. Viele zog es weg, in die Ballungszentren des Ostens oder in die alten Bundesländer. Dieser Trend hat sich inwzischen umgekehrt. Gerade wer sich heute für einen Beruf im Baugewerbe, der Pflege oder der Metall- und Elektrobranche entscheidet, hat sehr gute Chancen, einen gut bezahlten Job zu finden und auch zu behalten. Mehr Menschen kehren zurück und sogar die Zahl derer, die in die Nachbarlänger pendeln, sinkt seit geraumer Zeit stetig.
Gute Nachrichten also, welche die operative Geschäftsführerin der Arbeitsagentur, Gabriela Helbing, heute der Stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Dagmar Becker, vorstellen konnte.

Die Arbeitstreffen mit Abgeordneten des Landtages in der Nordhäuser Agentur dienen der politischen Kontaktpflege. Neben Erfolgsmeldungen will man so auch die eigenen Wünsche und Einschätzungen in den politischen Diskurs tragen. Und trotz oder gerade wegen der guten Nachrichten, macht man sich in der Uferstraße auch Gedanken über die Pläne der neuen Landesregierung.

Denn dem Arbeitsmarkt steht nach Einschätzung der Vermittler ein Generationenwechsel bevor: etwa 14.000 Arbeitsplätze sollen in den Nordthüringer Kreisen in den kommenden zehn Jahren frei werden, 6000 davon allein in Nordhausen, berichtete Frau Helbing. Schon jetzt können viele Betrieben ihre freien Ausbildungsplätze nicht besetzen, es mangelt an Bewerbern. Ein Ausgleich könnte durch mehr Zuwanderung aus dem Ausland erreicht werden, aber auch die Rahmenbedingungen müssten stimmen, Bedingungen, die in der Hand der Landesregierung liegen.

Besonderen Wert legt die Arbeitsagentur hier auf den Erhalt der Nordthüringer Berufschulstandorte, vor allem in den für die Region herausragenden Branchen Bau-, Metall- und Elektroindustrie. Die befinden sich, derzeit noch, in Leinefelde und Nordhausen. Die alte Landesregierung hatte wegen sinkender Schülerzahlen hier Reformbedarf gesehen und Pläne ausgearbeitet, die Berufsschulen stärker zu zentralisieren. Die Rot-Rot-Grüne Regierung hat den Prozess nun erst einmal auf Eis gelegt und will die Situation neu bewerten. "Unsere Berufsschulstandorte dürfen nicht verloren gehen", unterstrich Frau Helbing gegenüber Becker. Kürzere Wege seien sowohl für die Unternehmen wie auch die Auszubildenden wichtig.

Außerdem brauche man endlich das Azubi-Ticket für Thüringen, "am besten bis zu Beginn des neuen Schuljahres". Gerade junge Menschen seien noch auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen und könnten sich Reisekosten und Unterkunft zu Betrieb und Berufsschule oft nicht leisten. Man diskutiere über das Azubi-Ticket, erklärte Becker, machte aber wenig Hoffnung auf eine schnelle Umsetzung."Die Idee ist sehr gut und wir sind in der Koalition auf dem Weg dahin", sagte Becker, hier herrsche größtenteils Konens, "aber die Detailfragen zur Finanzierung sind sehr schwer."

Ein weiteres Problem, das nicht nur Nordthüringen sondern den ganzen Bund betrifft, sind die gesetzlichen Regelungen zu Arbeitsmaßnahmen wie der Bürgerarbeit. Diese werden von den Agenturen gerne genutzt, um Langzeitarbeitslose wieder an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen. Neue Regelungen der Bundesregierung haben die Einsatzmöglichkeit des Instruments aber stark eingeschränkt, erklärte Helbing. In fünf Jahren dürfen entsprechende Arbeitsgelegenheiten nur 24 Monate ausgeübt werden. Für Arbeitslose mit komplexen Problemlagen sei das oft nur "eine Stabilisierungsphase", sagte Helbing, "wir bleiben mitten im Prozess stehen, weil wir nicht mehr fördern können".

Viel machen kann die Landesregierung hier nicht, die Zuständigkeit liegt beim Bund. "Bei Treffen wie diesem nehmen wir aber grundsätzliche Probleme mit, sehen wo es hakt und können die Informationen weiter tragen", sagte Becker. Um die Pläne der Landesregierung einen dritten Arbeitsmarkt zu etablieren, der eine ähnliche Funktion wie die der Bürgerarbeit übernimmt, umsetzen zu können, müsse erst noch der Bund ins Boot geholt werden, so die Abgeordnete weiter.
Angelo Glashagel/ NNZ/ http://nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=166282

 

Homepage Dagmar Becker

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