Dagmar Becker (SPD) zur Südharzer Gipskarstlandschaft: Kein Quadratmeter für die Gipsindustrie!

Veröffentlicht am 07.11.2018 in Allgemein

Zu der Aktuellen Stunde „Südharzer Gipskarstlandschaft für Mensch und Natur sichern“ im Plenum des Thüringer Landtages erklärt Dagmar Becker, die Sprecherin für Naturschutz der SPD-Fraktion:

 

„Die Ausweisung des Naturschutzgebietes am Winkelberg in der „Rüdigsdorfer Schweiz“ als ein Naturschutzgebiet zum 13. November begrüße ich außerordentlich. Damit ist zumindest der Winkelberg vor der endgültigen und dauerhaften Zerstörung durch die Gipsindustrie geschützt. Der Gipskarst ist einmalig. Jeder Quadratmeter, der in die Fänge der Gipsindustrie gelangt, ist meiner Meinung nach einer zu viel. Deshalb bin ich auch mit der aktuellen Fassung des Regionalplans Nordthüringen, der noch bis morgen für die Öffentlichkeitsbeteiligung ausliegt, alles andere als zufrieden.“

Dort werden Flächen für den Gipsabbau erweitert oder sogar zusätzlich ausgewiesen, sodass insgesamt 672 ha als Vorranggebiet für die Rohstoffgewinnung vorgesehen werden.

„Der Regionalplanentwurf ist damit nichts anderes, als ein Bekenntnis zur weiteren Zerstörung der einmaligen Gipskarstlandschaft. Wir haben eine Verantwortung für die kommenden Generationen, der wir damit nicht gerecht werden.“

 

Für die Sprecherin für Naturschutz wäre der beste Weg, die Südharzer Gipskarstlandschaft für Mensch und Natur dauerhaft zu sichern, ein länderübergreifendes Biosphärenreservat gemeinsam mit Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und weitere Naturschutzgebiete in der sensiblen Region auszuweisen.

 

Hintergrund:

Im Koalitionsvertrag der regierungstragenden Parteien heißt es auf Seite 39:

„Um die weltweit einzigartigen Gipskarstlebensräume des Südharzes dauerhaft zu schützen und eine nachhaltige Entwicklung der Region zu fördern, wird die neue Landesregierung die Ausweisung eines länderübergreifenden Biosphärenreservates gemeinsam mit den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt anstreben. Zur Vorbereitung der Ausweisung des Biosphärenreservates wird die Landesregierung einen umfassenden moderierten Diskussionsprozess mit den Einwohnerinnen und Einwohnern der Region und allen betroffenen Interes­sengruppen führen. Hierzu soll der Naturpark „Südharz“ in öffentliche Trägerschaft überführt werden.“

Stefanie Gerressen

Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Pressesprecherin

SPD-Fraktion im Thüringer Landtag

 

Homepage Dagmar Becker

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