Nordhäuser Genossen gründeten im November 1989 die SPD

Veröffentlicht am 26.06.2013 in Parteileben

Unmittelbar nach Kriegsende stand ein gewaltiges Aufbauwerk auf der Tagesordnung. Und noch ehe die alliierten Siegermächte die Erlaubnis zur Parteiengründung erteilten, hatte die SPD eine Organisationsstruktur aufgebaut. Über 8.000 Ortsvereine gab es Ende 1946 wieder in Deutschland.
Anfänglich gab es intensive Überlegungen, Lehren aus der politisch zersplitterten Arbeiterbewegung zu ziehen und eine einheitliche sozialistische deutsche Arbeiterpartei zu gründen.

Mitte Juni 1945 gründete sich im sowjetischen Sektor von Berlin ein sozialdemokratischer Zentralausschuss unter der Führung von Otto Grotewohl mit dem Ziel der Koordinierung der Sozialdemokratie, der in den westlichen Zonen aber nicht anerkannt wurde. Trotz Gesprächen zwischen Kurt Schumacher (SPD-West) und Grotewohl sowie Beteuerungen nach Vereinigung dauerte es nicht lange, bis die Sozialdemokraten in den Westzonen und in der Ostzone getrennte Wege gingen.

Im April 1946 gründete sich im Osten die SED
Auf einem gemeinsamen Parteitag von SPD und KPD kam es am 21. April 1946 zum symbolischen Händedruck der beiden (ost)deutschen Parteiführer Otto Grotewohl (SPD) und Wilhelm Pieck (KPD). Das Symbol des Händedrucks prägte fortan das Parteilogo der neu gegründeten Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). In der 40-jährigen Geschichte der am 7. Oktober 1949 gegründeten Deutschen Demokratischen Republik gab es fortan keine Möglichkeit mehr, sozialdemokratische Ideen und Ziele zu entwickeln und umzusetzen. Dieser Zustand sollte sich erst im Spätherbst 1989, also in der Wendezeit, wieder ändern.

Als in der DDR 1989 die Menschen auf die Straße gingen und Menschenrechte und Reisefreiheit für sich einforderten, gründete sich noch vor der Einleitung der Wende, genau am 40. Jahrestag der DDR, am 7. Oktober 1989, unter größter Geheimhaltung in Schwante bei Berlin die Sozialdemokratische Partei der DDR (SDP). Den Vorsitz übernahm Stephan Hilsberg. Ihm folgte 1990 Ibrahim Böhme, der bald als Stasi-Spion aufflog. Nachfolger waren Markus Meckel und Wolfgang Thierse. Am 26. September 1990 kam es in Berlin zur Vereinigung mit der West-SPD.

Im Kreis Nordhausen betrat neben den bestehenden DDR-Blockparteien SED, CDU, LDPD, NDPD und DBD und den seit dem Wende-Herbst bestehenden Bürgerbewegungen Neues Forum und Demokratischer Aufbruch am 24. November 1989 eine weitere Partei die politische Bühne: die Sozialdemokratische Partei in der DDR - SDP. Die konstituierende Sitzung des SDP-Ortsverbandes fand im Gemeindesaal der Altendorfer Kirche in Nordhausen statt. Zunächst hatte Peter Laucke den Vorsitz inne. Zu den weiteren Vorstandsmitgliedern gehörten Edelgard Linß, Olaf Köhler, Manfred Schulze und Winfried Theuerkauf. Parteisprecher wurde Werner Breu­stedt.

Wenig später gründete sich in Bleicherode ein Ortsverband, der unter dem Engagement von Margot Keßler mit 22 Mitgliedern seine Arbeit aufnahm. Es sollte nur einen Monat dauern, bis ein Kreisverband der SDP geboren wurde - nämlich am 28. Dezember 1989, ebenfalls im Altendorfer Kirchgemeindesaal. Dort wurden Margot Keßler, Sabine Meyer, Eberhard Linß, Uwe Rauch und Kurt Wolf in den Kreisvorstand gewählt. Vorsitzender des Kreisverbandes wurde Winfried Theuerkauf, zur Geschäftsführerin wurde Margot Keßler berufen.
Den Genossen im Südharzkreis blieb nicht viel Zeit, sich einzurichten, standen doch schon bald erste demokratische Wahlen an. Eine Zeit lang befand sich das Parteibüro im Haus Domstraße 12, dessen Räumlichkeiten man sich mit den politischen Gruppierungen Demokratischer Aufbruch und Neues Forum teilte. Eine weitere Adresse war die Leninallee 29 (heute Grimmelallee). Von Mai 1992 bis 1999 "residierte" Margot Keßler als Regionalgeschäftsführerin für Nordthüringen im benachbarten Sondershausen.

Die Wahlergebnisse in der Wendezeit waren für die SPD des Kreises ernüchternd - Volkskammerwahl: 20,8 Prozent, Wahl zum Kreistag: 23,9 Prozent, Wahl zum Thüringer Landtag: 27,3 Prozent. Und bei der späteren Bundestagswahl: 26,2 Prozent. Die Sozialdemokraten lagen stets hinter der CDU, auch wenn die Ergebnisse - gemessen am Landesdurchschnitt - sich durchaus sehen lassen konnten.

Das ursprüngliche Ziel, in allen Gemeinden des Kreises mit eigener Liste anzutreten, blieb ein Wunschtraum. Das gelang nur in 22 Gemeinden. Am 12. Januar 1990 erschien erstmals der "Nordhäuser Kurier", herausgegeben vom Rat der Stadt Nordhausen. Die Belange der SDP publizierte Peter Braun als Mitglied im "NK"-Presseaktiv. Großes Augenmerk legte die Partei auf die Gewinnung weiterer Mitglieder. Waren es in der Gründungsphase um die 40, stieg die Anzahl schon bald auf rund 300 Genossen. Doch diese "Traumzahl" währte nicht ewig. Schon bald pendelte sich die Mitgliederstärke auf etwa 250 ein, die in 15 Ortsverbänden aktiv waren.

Zweitstärkste Fraktion in Stadtrat und Kreistag
Die Gründung eines eigenen Kreisverbandes der Jungsozialisten gelang nicht, dafür nahmen SPD-Organisationen wie die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) und die Senioren-AG 60plus Ende der 90er-Jahre Fahrt auf. Immerhin stellte die SPD in der Nordhäuser Stadtverordnetenversammlung und im Kreistag in der ersten Legislaturperiode die zweitstärkste Fraktion.

War im Stadtparlament eine fruchtbringende Zusammenarbeit zwischen CDU, SPD, DA und Liberalen zu verzeichnen - maßgeblich forciert von CDU-Bürgermeister Manfred Schröter - profilierte sich die sozialdemokratische Fraktion im Kreistag als Opposition, angeführt von Winfried Theuerkauf.

Hans-Georg Backhaus / 26.06.13 / TA

 

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